Das Automobil zählt zu den Pionierfeldern für den Einsatz autonomer Systeme. Ob Testbetrieb in NRW, Flottenmanagement oder vernetzte Produktionsumgebungen: Konnektivität ist die Grundlage dafür, dass Fahrzeuge künftig sicher, effizient und in Echtzeit interagieren können. Vodafone spielt mit seinem 5G-Portfolio und den Erfahrungen aus Testfeldern wie dem Aldenhoven Mobility Lab eine zentrale Rolle in diesem Ökosystem. Auf der XPONENTIAL Europe 2026 zeigt das Unternehmen, wie 5G und kommende Netztechnologien die Entwicklung automatisierter und autonomer Fahrfunktionen vorantreiben.
1. Welche übergeordnete Rolle sieht Vodafone im Automotive-Ökosystem rund um automatisiertes und autonomes Fahren: vom Testfeld bis in den Serieneinsatz?
Michael Bösinger: "Unsere Netze machen vernetzte Mobilität erst möglich – vom ersten Test bis zum Einsatz auf den Straßen. Moderne Mobilfunknetze sorgen dafür, dass Fahrzeuge, Ampeln und digitale Dienste miteinander sprechen können. Über unsere Netze verbinden wir Autos mit Cloud-Diensten, Mobilitätsplattformen und anderen Partnern. In Testfeldern wie dem Vodafone 5G Mobility Lab im Aldenhoven Testing Center arbeiten wir eng mit Industrie und Forschung zusammen. So helfen wir, automatisiertes und autonomes Fahren sicher und alltagstauglich zu machen."
2. Welche konkreten Netz-Features (z. B. Ultra-Low-Latency, Edge Computing, Network Slicing) stellt Vodafone heute schon für Automotive-Use-Cases bereit und wo sehen Sie den größten Hebel für Sicherheit, Verfügbarkeit und Kostenreduktion?
Stephan Schneider: "Vodafone stellt verschiedene 5G- und Edge-Technologien bereit, die für selbstfahrende Autos wichtig sind. Dazu gehören Verbindungen mit besonders kurzen Reaktionszeiten (Ultra-Low-Latency), die für Sicherheit sorgen. Zudem bieten wir mit Edge Computing die Möglichkeit, Daten direkt im Netz zu verarbeiten. Mit Network Slicing können wir für die Datenübertragung im Netz auch eine spezielle Überholspur anbieten, die Dienste priorisiert und zum Beispiel für die Fernsteuerung von Fahrzeugen sinnvoll ist. Ergänzt wird dies durch sichere und skalierbare Cloud Backends, die Vodafone für Automotive Services wie Assist oder Analytics einsetzt."
3. Wie unterstützt Vodafone die Vernetzung zwischen Fahrzeug, Infrastruktur und Cloud (V2X/Cellular V2X)? Welche Meilensteine haben Sie sich gemeinsam mit Partnern der XPONENTIAL Europe bis 2026 vorgenommen?
Michael Bösinger: "Vodafone unterstützt Vehicle to Everything Kommunikation (V2X/C V2X) auf Basis standardisierter 5G Technologien und richtet Testfelder, Forschungspartnerschaften und Cloud Infrastrukturen darauf aus. Als Platin-Mitglied der 5G Automotive Association (5GAA) wirkt Vodafone darüber hinaus an der Entwicklung interoperabler Technologien mit und ist dazu im engen Austausch mit der Mobilfunk- und Fahrzeugindustrie. Vodafone entwickelt dazu eine eigene offene V2X Plattform (STEP – Safer Transport for Europe Platform), die sowohl öffentlich als auch in sicheren Testfeldern wie dem 5G Mobility Lab für die Entwicklung von Anwendungen für die vernetzte Mobilität zur Verfügung steht und intensiv von namhaften OEMs, als auch Verkehrsinfrastrukturherstellern genutzt wird.
Als Partner bei XPONENTIAL Europe positioniert sich Vodafone daher nicht nur als Netzprovider, sondern auch als Brücke zwischen Industrieakteuren, Entwicklern, Institutionen und Wissenschaft, die gemeinsam an Architekturen für vernetzte und autonome Mobilität arbeiten. Die Präsenz auf der XPONENTIAL Europe erlaubt es Vodafone neue Akteure auf diesem Gebiet kennenzulernen und über neue Lösungsansätze durch Integration der präsentierten Technologien zu diskutieren und neue Konzepte und Partner zu einer marktreifen Umsetzung zu entdecken."
4. Vodafone ist eng in Testfelder wie das Aldenhoven Testing Center eingebunden. Welche Rolle spielen solche Reallabore für den Transfer von der Forschung in den Markt?
Stephan Schneider: "Auch wenn immer mehr Entwicklung und Absicherung von Fahrzeugen in virtuellen Umgebungen stattfindet, bleibt es notwendig, ihre Wirkung unter realen Bedingungen zu überprüfen und sie echten Verkehrssituationen auszusetzen. Reallabore spielen dabei eine zentrale Rolle, da sie realistische Bedingungen wie Funkzellenwechsel, Störquellen und reale Verkehrsszenarien abbilden und so ein besseres Verständnis sowie eine höhere Akzeptanz neuer Technologien ermöglichen. Gleichzeitig ermöglichen sie eine schnelle Iteration zwischen Netz, Fahrzeug und Cloud, was insbesondere für Software Defined Vehicle Architekturen entscheidend ist.
Zudem lassen sich Low Latency und Edge Architekturen und Anwendungen unter realen Bedingungen validieren, bevor OEMs in die Skalierung und Serienentwicklung gehen. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Möglichkeit zur branchenübergreifenden Zusammenarbeit zwischen Hochschulen, Zulieferern, der Tech Industrie und Mobilfunkanbietern auf solchen Testfeldern. Insgesamt dienen Testfelder wie das Vodafone 5G Mobility Lab im Aldenhoven Testing Center als Katalysatoren, um Technologien frühzeitig abzusichern, regulatorische Grundlagen zu entwickeln und Ökosystempartner auf den Serieneinsatz vorzubereiten."