Überall in der Welt der unbemannten Systeme sind Unternehmen auf der Suche nach praktikablen Möglichkeiten, um aus den eigenen Ideen nachhaltige Geschäftsmodelle zu entwickeln. Oft sind Partnerschaften dabei eine sinnvolle Option, um das Ganze zu beschleunigen. Denn häufig entsteht erst durch die Kombination von zwei guten Produkten eine hervorragende Gesamtlösung. Ein Weg, den das US-Unternehmen Nauticus Robotics und Open Ocean Robotics aus Kanada nun gemeinsam gehen wollen.
Die Ozeane sind die am wenigsten erforschten Gebiete der Erde. Was sich unterhalb der Wasseroberfläche abspielt, entzieht sich in weiten Teilen unserer Kenntnis. Dementsprechend groß ist der Bedarf an innovativen Technologien, um mit deren Hilfe wichtige Erkenntnisse über den Zustand der Meere sammeln und beispielsweise die Auswirkungen des Klimawandels auf das empfindliche Ökosystem verstehen zu können. Zusätzlich ist die potenzielle Verwundbarkeit von Datenkabeln oder Versorgungsleitungen spätestens seit dem Anschlag auf die Nordstream-Pipeline im September 2022 sowie verschiedenen weiteren Vorfällen – verdächtigt wird hierbei die sogenannte russische „Schattenflotte“ – weit oben auf der Agenda von Industrie und Militärs. Die NATO-Mission „Baltic Sentry“ beispielsweise hat zum Ziel, durch verstärkte Präsenz des westlichen Verteidigungsbündnisses in der Ostsee potenzielle Saboteure abzuschrecken beziehungsweise weitere Störfälle möglichst zu verhinden. Dabei sollen nicht zuletzt verschiedene unbemannte Systeme genutzt werden, um die blinden Flecken im Lagebild zu minimieren. Zudem führt auch die stetig intensivierte Energiegewinnung in Offshore-Windparks dazu, dass immer mehr Infrastruktur gesichert und regelmäßig inspiziert werden muss, um mögliche Schäden rechtzeitig zu erkennen – oder im besten Fall vollständig zu verhindern.
Um dabei so effizient wie möglich vorgehen zu können, muss der „Faktor Mensch“ weitgehend aus der Gleichung genommen werden. Sei es durch den Einsatz von fliegenden Drohnen oder die Nutzung unbemannter Wasserfahrzeuge. Und genau wie es bei den UAS verschiedene Konfigurationen für unterschiedliche Missionsprofile gibt, ist die Bandbreite auch im Bereich der schwimmenden Systeme recht groß. Das beginnt bereits bei der simplen wie wichtigen Tatsache, dass es naturgemäß große Unterscheide zwischen schwimmenden Uncrewed Surface Vessel (USV) sowie tauchenden Uncrewed Undersea Vehicle (UUV) gibt. Und erst die Kombination beider Technologien eröffnet die Möglichkeiten, das volle Potenzial unbemannter Systeme im Bereich der maritimen Wirtschaft beziehungsweise der Seestreitkräfte zu erschließen.
An dieser Stelle voranzugehen und moderne Lösungen für eine verlässliche, kostengünstige und nachhaltige Meeresüberwachung zu entwickeln, ist das Ziel einer strategischen Partnerschaft zwischen dem US-amerikanischen Unternehmen Nauticus Robotics sowie den Kanadiern von Open Ocean Robotics. Während Letztere viel Erfahrung und Kompetenz aus dem Bereich USV mit in die Kooperation einbringen, hat sich Nauticus Robotics mit autonomer Unterwasserrobotik und passenden Softwarelösungen einen Namen gemacht. Gemeinsam wollen die Unternehmen nach eigenen Angaben nun Spitzentechnologien entwickeln, um den Betrieb der im Energiesektor erforderlichen Unterwasser-Infrastruktur zu optimieren.
Das zentrale Ziel der Zusammenarbeit ist es, Betriebskosten zu senken und auf diese Weise die ökonomische Effizienz von regelmäßigem Monitoring, gezielten Inspektionen sowie möglicherweise erforderlichen Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten zu erhöhen. Gleichzeitig soll es gelingen, eine ökologisch nachhaltige Alternative zu klassischen Verfahren zu etablieren. Die clevere Kombination unbemannter Unter- sowie Überwasserfahrzeuge ist nach den Vorstellungen der beiden Unternehmen die entscheidende Antwort auf alle Fragen, die hinsichtlich der kontinuierlichen Echtzeitüberwachung und Datenerfassung in Küstengewässern und auf hoher See zu beantworten sind. Denn wo auf den Einsatz von personal- und damit kostenintensiven bemannten Schiffen verzichtet werden kann, können Pipelines, Strom- und Datenkabel sowie Anlagen zur Energieerzeugung häufiger, effizienter und mit deutlich geringerer Umweltbelastung auf Schäden oder Verschleißerscheinungen kontrolliert werden.
> Dieser Beitrag entstand in Kooperation mit Drones, dem Magazin für die Drone-Economy. www.drones-magazin.de