Der Schutz von Datenkabeln und Stromleitungen in den Weiten der Meere ist eine enorme Herausforderung, die mit traditionellen Methoden praktisch nicht zu meistern ist. Im Projekt U-SHIELD (Underwater Safeguarding High-value Infrastructure Enforcing Lightweight Drones) sollen daher Möglichkeiten gefunden werden, um potenzielle Bedrohungen mit Hilfe von „Wächterdrohnen“ rechtzeitig entdecken und sofern erforderlich neutralisieren zu können.
Um die Energiewende umzusetzen sowie im Kampf gegen den Klimawandel bestehen zu können, kann der intensive Ausbau von Offshore-Windparks ein entscheidender Faktor sein. Internationale Energiekonzerne und Länder wie China, Großbritannien oder auch Deutschland tun daher einiges dafür, die Ressource Wind im großen Maßstab zu erschließen. In Europa werden zudem von Nord- und Ostseeanreinerstaaten wie den Niederlanden und Dänemark intensive Anstrengungen unternommen, vor den Küsten Anlagen zur Gewinnung von Windenergie zu errichten. Diese Energie muss jedoch auch zuverlässig an Land transportiert werden.
Aus den Augen, aus dem Sinn?
Auch wenn Stromleitungen – genau wie Datenkabel und Pipelines – auf dem Grund der Ozeane sowie die Anbindung von Offshore-Windparks ans Festland das Leben von Millionen Menschen beeinflussen, nehmen nur die wenigsten von ihnen wirklich Notiz davon. Doch in Zeiten internationaler Krisen ist die dafür erforderliche Unterwasserinfrastruktur zusehends Teil von Bedrohungsszenarien geworden. Wie nicht zuletzt die Anschläge auf die Nordstream-Pipelines vor ziemlich genau vier Jahren verdeutlicht haben.
In Dänemark soll deswegen mit dem Projekt U-SHIELD ein Konzept entwickelt werden, wie dieser Teil der kritischen Infrastruktur mit unbemannten Systemen besser geschützt werden kann. Die Idee dabei ist es, „Wächterdrohnen“ mit großer Reichweite einzusetzen, um 24/7 in den Bereichen rund um schützenswerte Einrichtungen zu patrouillieren. Denn nur frühzeitige Detektion potenzieller Gefahrenquellen eröffnet überhaupt die Chance, schützend einzugreifen.
Innovation Fund Denmark
In den kommenden drei Jahren sollen dafür geeignete Technologien entwickelt und unter Realbedingungen getestet werden. Neben Projektkoordinator Teledyne RESON und den Unternehmen Copenhagen Subsea sowie Vattenfall sind auch Teams der Universität Aalborg, der Technischen Universität Dänemark und der University of Southern Denmark in das Projekt involviert. „Der klimafreundliche Umbau von Wirtschaft und Gesellschaft macht uns abhängiger von komplexen Energiesystemen unter der Meeresoberfläche. Deshalb müssen wir auch proaktiv zu deren Schutz beitragen“, erläutert Cecilie Brøkner, CEO des Innovation Fund Denmark, der den Großteil (rund 3,5 Millionen Euro) des zur Verfügung stehenden Gesamtbudgets von etwa 4,9 Millionen Euro (36,5 Millionen dänische Kronen) beisteuert. „Das U-SHIELD-Projekt trägt zur Entwicklung von Technologien bei, die unsere Gesellschaft widerstandsfähiger gegen Bedrohungen der Systeme machen, von denen wir alle abhängig sind – von der Energieversorgung bis zur Kommunikation.”
Das Projekt U-SHIELD zeigt exemplarisch, welche Rolle autonome Systeme künftig beim Schutz kritischer Infrastruktur spielen können – ein Thema, das auch auf der XPONENTIAL Europe in Düsseldorf diskutiert wird.
> Dieser Beitrag entstand in Kooperation mit Drones, dem Magazin für die Drone-Economy. www.drones-magazin.de