Hochspezialisierte Werkstofflösungen sind das Aushängeschild der Firma Auerhammer Metallwerk aus Sachsen. Verkauft wird kein Rohmaterial, sondern spezifische Materialeigenschaften für anspruchsvolle technische Anwendungen. Davon profitieren auch autonome Systeme und die Robotik-Branche.
Das Auerhammer Metallwerk verfügt über eine außergewöhnlich lange Tradition in der Metallverarbeitung. Mit 500 Jahren Werkstoffkompetenz gehört das Unternehmen zu den ältesten Industrieunternehmen in Sachsen. „Unsere Expertise reicht von Nickellegierungen und Kupfer-Nickel-Werkstoffen über reines Nickel bis hin zu plattierten Materialien und extrem dünnen metallischen Folien“, erklärt der Sales Manager Andreas Handschütz. Besonders stolz ist er auf die ultradünnen Metallfolien. „Die dünnste bislang produzierte Folie erreicht eine Stärke von lediglich 1,5 bis 2 Mikrometern – etwa zwanzigmal dünner als ein menschliches Haar. Weltweit sind nur sehr wenige Hersteller in der Lage, Metallfolien in dieser Dimension mit der erforderlichen Präzision zu fertigen“, so Handschütz. Diese Technologie eröffnet vielfältige Einsatzmöglichkeiten in der Sensorik und in miniaturisierten technischen Systemen, etwa in akustischen oder mechanischen Sensorelementen.
Organisatorisch ist das Unternehmen seit 2015 Teil der Wickeder Group und gehört innerhalb der Unternehmensgruppe zur Functional Materials Group. Während sich Auerhammer insbesondere auf Nickel- und Speziallegierungen konzentriert, ergänzt die Gruppe das Portfolio unter anderem um aluminiumbasierte Werkstoffe und weitere metallische Materialsysteme.
Plattierte Werkstoffe
Ein weiterer Schwerpunkt des Metallwerks liegt auf plattierten Werkstoffen, bei denen verschiedene Metalle zu funktionalen Materialverbünden kombiniert werden. Die Entwicklung solcher Werkstofflösungen erfolgt grundsätzlich in enger Zusammenarbeit mit den Kunden. „Wir verstehen uns als Entwicklungspartner, der gemeinsam mit seinen Kunden Lösungen für konkrete technische Herausforderungen erarbeitet“, betont Kathleen Junghans, Teamleiterin Marketing und Vertrieb.
Gerade im Umfeld von Robotik und autonomen Systemen eröffnen sich dadurch neue Perspektiven. Moderne Robotiksysteme müssen häufig unter stark variierenden Umweltbedingungen arbeiten, beispielsweise bei großen Temperaturschwankungen. „In solchen Anwendungen spielen Materialien mit exakt angepassten thermischen Ausdehnungskoeffizienten eine entscheidende Rolle, insbesondere wenn unterschiedliche Werkstoffe wie Metall, Keramik oder Glas miteinander verbunden werden. Nur wenn sich diese Materialien bei Temperaturänderungen gleichmäßig ausdehnen, lassen sich Spannungsrisse vermeiden und langfristig stabile Systeme realisieren“, erläutert Handschütz.
Ein weiteres relevantes Anwendungsfeld ist die Abschirmung sensibler Sensorik gegenüber magnetischen Störeinflüssen. Präzisionsmesssysteme oder Datenleitungen können durch das Erdmagnetfeld oder andere magnetische Felder beeinflusst werden. Spezielle Nickellegierungen ermöglichen hier hochwirksame magnetische Abschirmungen, die eine stabile und störungsfreie Funktion sensibler Systeme gewährleisten.
Miniaturisierung
Darüber hinaus unterstützt die Werkstofftechnik von Auerhammer den Trend zur Miniaturisierung. Extrem dünne Metallmembranen können als schwingungsfähige Sensorelemente eingesetzt werden, etwa in akustischen Sensoren. „Im Gegensatz zu polymerbasierten Materialien behalten metallische Membranen ihre Funktion auch unter hohen Temperaturen oder in korrosiven Umgebungen“, so Handschütz.
Ein zentrales Merkmal der Unternehmensphilosophie ist die hohe Flexibilität in der Produktion. Auch kleine Serien oder spezialisierte Nischenanwendungen können umgesetzt werden, wenn sie technisch anspruchsvolle Anforderungen erfüllen.
Strategisch setzt das Auerhammer Metallwerk verstärkt auf die Erschließung neuer Zukunftsmärkte. Robotik und autonome Systeme stehen dabei besonders im Fokus. Ziel ist es, die Anforderungen dieser dynamischen Branchen frühzeitig zu verstehen und gemeinsam mit Partnern geeignete Werkstofflösungen zu entwickeln. Daher hat sich Auerhammer auch dafür entschieden, sich als Teil des IVAM-Gemeinschaftsstands auf der XPONENTIAL Europe zu präsentieren.
Autorin: Sonja Buske