Mit der zunehmenden Professionalisierung des Drohnenmarktes in Europa gewinnen die Themen Regulierung und Zertifizierung weiter an Bedeutung. Sie entwickeln sich zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor für Hersteller und Betreiber. Die drei Unternehmen UASolutions, Radiate Engineering & Design und Delta System Solutions haben daher ihre Kernkompetenzen gebündelt und bieten ein umfassendes Leistungsportfolio für Zertifizierungsprojekte in der unbemannten Luftfahrt an.
Nathanel Apter, Gründer und Geschäftsführer von UASolutions, beobachtet seit Jahren, dass viele Unternehmen technologisch gut aufgestellt sind, jedoch an der Komplexität regulatorischer Anforderungen scheitern. „Vielen Herstellern fehlt die interne Expertise, um regulatorische Vorgaben korrekt zu interpretieren und effizient umzusetzen“, sagt Apter. UA Solutions bringt fundiertes Know-how im Luftfahrtrecht, in Zulassungsverfahren und in der strategischen Zertifizierungsplanung ein. Radiate Engineering & Design ergänzt diese Kompetenz durch umfangreiche Erfahrung in Entwurf, Konstruktion und Fertigung von Drohnensystemen, während Delta System Solutions mit über 25 Jahren Erfahrung in der Luftfahrt systematische Sicherheitsnachweise beisteuert. Gemeinsam entsteht ein Leistungsangebot, das von der regulatorischen Klassifizierung über das technische Design bis hin zu Sicherheitsanalysen reicht. Damit verfolgen die Partner einen ganzheitlichen Ansatz für einen effizienten Entwicklungs- und Zertifizierungsprozess, der in dieser Form bislang selten war.
Bedarf an einem integrierten Ansatz
Der Bedarf an einem solchen integrierten Ansatz wächst insbesondere bei Unternehmen, die komplexe oder risikoreichere Einsätze planen. Während Anwendungen mit geringem Risiko derzeit vergleichsweise einfach genehmigt werden können, stoßen urbane Operationen, Flüge über Menschen oder der Einsatz größerer Drohnen schnell an regulatorische Grenzen. Apter weist darauf hin, dass der europäische Rechtsrahmen bewusst risikobasiert ausgestaltet ist. Mit steigender operativer Komplexität nehmen auch die Anforderungen an Nachweise zu – etwa in Form von Systemausfallanalysen, Strukturtests oder detaillierten Sicherheitsbewertungen. „Genau hier zeigt sich der Mehrwert der Zusammenarbeit, da regulatorische Strategie, Design und Safety Engineering abgestimmt und nicht isoliert betrachtet werden können“, betont Apter.
Eine zentrale Rolle spielt dabei die praktische Erfahrung aus realen Projekten. UA Solutions hat in der Vergangenheit mehrere Hersteller bei der regulatorischen Zulassung neuer Plattformen begleitet und verfügt daher über ein tiefes Verständnis dafür, wie Normen, Klassenbezeichnungen und internationale Anforderungen sinnvoll miteinander verknüpft werden können. Solche Projekte zeigen, dass Compliance längst kein formaler Abschlussschritt mehr ist, sondern frühzeitig in die Produktentwicklung integriert werden muss, um Marktzugang und wirtschaftliche Skalierbarkeit zu ermöglichen.
Marktentwicklung: vorsichtiger Optimismus
Apter blickt mit vorsichtigem Optimismus auf die Marktentwicklung. Zwar schreitet die Öffnung des regulatorischen Rahmens für mittlere und hohe Risikoklassen langsamer voran, als viele gehofft hatten, doch ein klarer Trend zeichnet sich ab. Immer mehr Hersteller erkennen, dass eine konsequente Ausrichtung an Normen und Standards kein Hemmnis, sondern ein Enabler für neue Anwendungen ist. „Dieser Paradigmenwechsel dürfte in den kommenden Jahren insbesondere in den Bereichen urbaner Anwendungen, Logistikdrohnen und großskaliger Datenerfassung entscheidend sein“, erläutert er.
Auf der XPONENTIAL Europe wollen die drei Unternehmen diesen Ansatz greifbar machen. Besucher erhalten Einblicke in konkrete Zertifizierungsstrategien, sicherheitsrelevante Analysemethoden und moderne Engineering-Ansätze. Der gemeinsame Messeauftritt wird ergänzt durch einen Fachvortrag zum Thema „Drone Design following ED-325 Vol. 1“ am 26. März um 14:30 Uhr im CCD South, Raum 18.
Autorin: Sonja Buske