Auf der XPONENTIAL 2025 in Houston belegte das Berliner Start-up PLENO den ersten Platz beim XPO+ Launcher Award und beeindruckte damit eine Jury, die sich auf modernste autonome und unbemannte Systeme spezialisiert hat. Dieser Sieg folgte auf den dritten Platz bei der XPONENTIAL Europe in Düsseldorf und markiert einen rasanten Anstieg der Sichtbarkeit auf beiden Seiten des Atlantiks.
Wir haben uns mit Nino Lindenberg, CEO und CTO von PLENO, unterhalten – über ihre Technologie, ihren Dual-Use-Ansatz und die Hintergründe ihres Erfolgs. Mit einem Hintergrund in der Bundeswehr und einem Schwerpunkt auf KI und Computer Vision bringt Nino eine einzigartige Perspektive in die Drohnenbranche ein.
Können Sie kurz erklären, was PLENO macht und was Ihre Technologie besonders macht?
PLENO ist ein in Berlin ansässiges Dual-Use-Startup, das einen KI-Piloten entwickelt – einen intelligenten Autonomie-Stack, der es Drohnen ermöglicht, vollständig autonom zu operieren, selbst in Umgebungen ohne GPS oder externe Signale. Unser Hauptfokus liegt auf Verteidigungsanwendungen, aber viele der Herausforderungen, die wir lösen – wie sie etwa in der Ukraine zu beobachten sind – sind ebenso für den zivilen Bereich relevant. Dazu gehören die Überwachung von Infrastrukturen, Pipeline-Inspektionen und zeitkritische Logistik in Bereichen wie Gesundheitswesen oder Lebensmittellieferung.
Sie haben mit einem Fokus auf Verteidigung begonnen. Wie kam es zum Einstieg in kommerzielle Märkte?
Richtig. Wir haben zunächst unsere zentrale Autonomietechnologie aufgebaut und 2024 viel Zeit damit verbracht, über 15 Drohnenhersteller zu beraten, um ihre technischen Herausforderungen genau zu verstehen. Auf Grundlage dieser Erkenntnisse haben wir unsere Lösung auf reale betriebliche Anforderungen zugeschnitten. Heute bedienen wir fünf Kunden und haben kürzlich drei weitere Absichtserklärungen mit Unternehmen aus Estland, Deutschland und Finnland unterzeichnet.
Herzlichen Glückwunsch zum Gewinn des XPO+ Launcher Award. Was bedeutet diese Auszeichnung für Ihr Team?
Es ist eine starke Bestätigung unserer Technologie und Vision. Dies war nicht nur ein weiterer Pitch – die Bewertung erfolgte durch ein Publikum, das tief in der Welt unbemannter und autonomer Systeme verankert ist. Der erste Platz zeigt, dass das, was wir entwickeln, in der Branche Anklang findet. Für Gespräche mit Investoren ist das ebenfalls enorm hilfreich, da es beweist, dass wir in den richtigen Kreisen an Sichtbarkeit gewinnen.
Warum haben Sie sich entschieden, an der XPONENTIAL und dem XPO+ Launcher Award in Houston teilzunehmen?
Der Eintritt in den US-Markt ist für uns ein zentrales strategisches Ziel. Nach unserem starken Auftritt bei der XPONENTIAL Europe in Düsseldorf – wo wir unseren ersten deutschen Kunden gewonnen haben – haben wir den Wert persönlicher Veranstaltungen für die Kontaktaufnahme mit potenziellen Kunden und Partnern aus erster Hand erlebt. Da wir die Organisatoren kennen und bereits über ein bestehendes Netzwerk verfügen, war es naheliegend, über die XPONENTIAL Houston Chancen in den USA auszuloten.