Eine aktuelle Studie belegt das große Akzeptanzpotenzial von fahrerlosen Bussen
Das Sicherheitsgefühl ist entscheidend
Neben dem reibungslosen technischen Ablauf ist vor allem das Sicherheitsgefühl der Passagierinnen und Passagiere ein entscheidender Akzeptanzfaktor für fahrerlose Busse | Foto: Felix Kästle, ZF Friedrichshafen
Der Fachkräftemangel stellt sowohl die Logistikindustrie als auch den öffentlichen Personennahverkehr vor Herausforderungen. Und das ausgerechnet in einer Zeit, in der ÖPNV-Angebote im Kampf gegen den Klimawandel und gegen verstopfte Innenstädte zunehmend an Bedeutung gewinnen. Fahrerlose Busse und Shuttle-Services könnten dazu beitragen, der Personalknappheit entgegenzuwirken. Und eine aktuelle Studie belegt, dass entsprechende Angebote durchaus akzeptiert werden.
Gerade in Randzeiten oder außerhalb der größeren Ballungszentren ist der wirtschaftliche Betrieb von Bussen schwierig. Die Kosten für Fahrzeuge und Personal müssen mit einer vergleichsweise geringen Zahl an Passagieren gedeckt werden. Die Folge: Verbindungen können gar nicht oder nur sehr selten angeboten werden. Busse und Minivans, die – gegebenenfalls sogar „on demand“ – ohne Fahrerin beziehungsweise Fahrer unterwegs sind, könnten mehr Flexibilität in den ÖPNV bringen. Und beispielsweise im Berufsverkehr für Entlastung auf hochfrequentierten Strecken sorgen. In Friedrichshafen und Mannheim wurden im Projekt RABus („Reallabor für den Automatisierten Busbetrieb“) erfolgreich selbstfahrende Shuttle-Busse getestet, bei denen Begleitpersonen lediglich noch zur Sicherheit mit an Bord waren.
Auswertung von 1.600 Testfahrten
Die Testphase wurde von einem Team des Instituts für Verkehrswesen (IFV) am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) wissenschaftlich begleitet. Eine kürzlich veröffentlichte Studie liefert nun erstmals fundierte Daten zur Akzeptanz unbemannter Shuttle-Busse. Die Untersuchung basiert auf der Auswertung von über 1.600 Testfahrten, wobei nicht nur die technische Zuverlässigkeit der autonomen Shuttles im Alltag in den Blick genommen wurde, sondern auch die Reaktion der Bevölkerung sowie die erforderlichen organisatorischen Rahmenbedingungen. Laut Professor Martin Kagerbauer vom KIT können automatisierte Angebote die Mobilität im ländlichen Raum signifikant steigern, sofern sie verlässlich funktionieren und die Nutzenden über die Möglichkeiten und Grenzen der Fahrzeuge aufgeklärt sind.
Ein zentrales Ergebnis der Untersuchung ist, dass die Akzeptanz fahrerloser ÖPNV-Angebote maßgeblich vom Sicherheitsgefühl während der Fahrt abhängt. Dies betrifft sowohl die Zuverlässigkeit der technischen Systeme als auch den Schutz vor aggressivem oder bedrohlichem Verhalten anderer Mitreisender. Ein gut einsehbarer Innenraum, eine direkte Verbindung zur Leitstelle sowie verständliche Informationen während der Fahrt sind essenziell für das Vertrauen der Passagiere. Nur wer sich sicher fühlt, sieht in solchen Systemen eine Alternative zum eigenen Auto.
Dieser Beitrag entstand in Kooperation mit Drones, dem Fachmagazin mit Insights for the Uncrewed Future.