In heißen Sommern reicht manchmal schon eine Glasscherbe, die zum Brennglas wird – und schon gehen ausgetrockenete Büsche und Bäume in Flammen auf. Je früher die ersten Glut- und Brandnester bemerkt werden, desto effektiver lässt sich ein großflächiges Inferno verhindern. Unbemannte Systeme können zur Früherkennung beitragen und dabei mithelfen, Löscharbeiten zu beschleunigen. Zudem lassen sich mit ihnen Feuer auch dann bekämpfen, wenn dies auf herkömmliche Weise zu gefährlich ist.
Ausgedehnte Trockenphasen sorgen selbst in gemäßigten Klimazonen dafür, dass Wald-, Busch- und Vegetationsbrände immer häufiger werden. Das ist zum einen eine Folge des menschengemachten Klimawandels. Und zum anderen wird dabei jede Menge Kohlenstoffdioxid freigesetzt, was den Treibhauseffekt zusätzlich verstärkt. Zusätzlich gehen weitere Ressourcen verloren, die CO2 binden können. Eine verheerende Abwärtsspirale. Umso wichtiger ist es, die Bemühungen für Präventation und Früherkennung zu intensivieren. An dieser Stelle können mit moderner Sensorik versehene Drohnen in Kombination mit KI-gestützter Bilddatenauswertung sehr viel Positives bewirken. Und auch wenn ein Feuer bereits ausgebrochen ist, könnten unbemannte Systeme in Zukunft zur aktiven Bekämpfung der Flammen eingesetzt werden. Vor allem dann, wenn bemannte Löschflugzeuge und Helikopter am Boden bleiben müssen. Etwa bei Nacht oder über mit Explosivstoffen kontaminierten Arealen wie ehemaligen Truppenübungsplätzen.
Bislang stellt die aufgrund der Payload-Kapazitäten der verfügbaren UAS limitierte Menge an Löschmitteln, die zum Brandherd gebracht werden können, das größte Defizit dar, wenn unbemannte Flugsysteme als „fliegende Feuerlöscher“ eingesetzt werden sollen. Das wollen untere anderem Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Hochschule München (HM) ändern, die im Rahmen des Forschungsprojekts AIDER (Artificial Intelligence in Disaster Relief) mit Partnern aus Industrie und Forschung an einem System zur autonomen Waldbrandbekämpfung arbeiten. Die Idee: Ein Schwarm von umgebauten Ultraleicht-Hubschraubern des Typs CoAX 600 von edm aerotec soll unbemannt und autonom Waldbrände bekämpfen. Die Maschinen könnten dabei jeweils einen speziellen Tank mit einer Kapazität von bis zu 200 Litern tragen und Löschwasser gezielt über Brandherden abwerfen.
Ein ähnliches Konzept verfolgt das kanadische Startup FireSwarm Solutions Inc. Dies setzt jedoch nicht auf umgebaute Helikopter, sondern auf die Schwerlastdrohnen des schwedischen Unternehmens ACC Innovation. Dessen Thunder Wasp kann bis zu 400 Kilogramm Payload transportieren und eröffnet damit ganz neue Möglichkeiten zur Brandbekämpfung aus der Luft. Mehrere, im Schwarm agierende „Donner-Wespen“ sollen dabei helfen, bestehende Lücken in traditionellen Löschkonzepten zu schließen. Denn zum einen können bemannte Löschflugzeuge nicht rund um die Uhr eingesetzt werden, zum anderen ist ihre Anzahl begrenzt. Von den Schwierigkeiten, eine ausreichend große Menge an Pilotinnen und Piloten vor Ort zu haben, einmal ganz abgesehen. Aufgrund der hohen Traglast und auf KI-Technologien basierender Navigations- und Koordinierungstechnik könnten Schwerlastdrohnen wie die Thunder Wasp dafür genutzt werden, in Katastrophenfällen die Löscharbeiten aus der Luft zu unterstützen und auch unter erschwerten Einsatzbedingungen aufrecht zu erhalten.
> Dieser Beitrag entstand in Kooperation mit Drones, dem Magazin für die Drone-Economy. www.drones-magazin.de